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Brotgeschichte


 





Brot - ein uraltes Lebensmittel

Ganz am Anfang, noch bevor die Brottechnik entwickelt wurde, aßen die Leute gezüchtete und gekochte Getreidearten. Diese wurden später mit wilden Früchten, Nüssen, Kräutern oder Honig angereichert.

Die Geschichte des Brotes geht jedoch auf die Zeit der Pharaonen zurück. Darüber berichten die zahlreichen ägyptischen Grabzeichnungen. Brot hatte damals eine religiöse Bedeutung und wurde den Göttern geopfert oder als Grabbeigabe eingesetzt.

Es nimmt denn auch kein Wunder, dass es ein ägyptischer Sklave war, der zufällig entdeckte, dass Brot gären konnte. Dieser Sklave, der jeden Tag frisches Brot backte, hatte in einem unaufmerksamen Augenblick etwas Getreidebrei übersehen. Am nächsten Tag fand er das versauerte Teigstück und vermischte es heimlich mit dem neuen Brei. Und was für Ergebnis! Das Brot war nicht nur lockerer, sondern schmeckte auch viel besser.

Im Laufe der Jahre wurde Brot als Zahlungsmittel verwendet. Die Ägypter bezahlten ihre Sklaven mit Brot und Bier. Bei den Römern waren "Brot und Spiele" weit verbreitet. Die römischen Wahlkandidaten organisierten Spiele in den Arenen und verteilten Brot mit der Absicht das Volk für sich zu gewinnen.

Auch drückten römische Bäcker ihre Initialen als Erkennungszeichen im Brot. Ein Markenname avant la lettre!

Die Sitte Brot so groß wie ein Tisch zu backen, wurzelt auch im römischen Zeitalter, obwohl die Art und Weise worauf dieser Brotteller verzehrt wurde sich im Laufe der Zeit mehrmals geändert hat. Das eine Mal verspeisten die Reichen es nicht, weil sie auf diese Weise zeigen wollten, dass sie es nicht brauchten. In anderen Perioden wurde der Brotteller doch aufgegessen, weil für die Zubereitung feinere Getreidearten verwendet wurden.

Im Jahre 1260 entstand in Frankreich die erste Bäckergilde. Diese gebot den Bäckern nur 2 Brotsorten zu backen. Der Roggen war billig und wurde von der ärmeren Bevölkerung, den Bauern und den Hörigen gegessen. Die besser gestellten Schichten, der Adel und der Klerus aßen Brot das von Weizen gebacken wurde (Herrenbrot oder Weizenbrot).

Ab dem 16. Jahrhundert herrschte sowohl in den Städten als auch auf dem Lande große Armut. Brot und Getreide waren denn auch ein gefragtes Gut. Sogar so gesucht, dass Diebstahl eines Brotes mit lebenslanger Haft bestraft wurde.

Die Landwirtschaft ermöglichte es auch andere Getreidearten anzubauen: Roggen und Weizen im Nahost, Mais in Mittelamerika, Hafer in Südeuropa, Gerste in Kleinasien.

Brot ist kaum aus unserer Kultur wegzudenken. Bis heute ist es ein wesentlicher Bestandteil unserer Ernährung, ganz gleich ob für besondere Gelegenheiten oder nur für den Alltag.


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